Bücher im selbstironieverlag

Woll'n wir doch mal ehrlich sein

Woll'n wir doch mal ehrlich sein
Die Kabarett-Biografie von Edgar Külow selbstironieverlag 2005, 120 S.
Preis: 9,90 €

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Auszug aus der Kabarett-Biografie von Edgar Külow (Vorwort)

Edgar Külow - ist das nicht der aus dem Fernsehen, der mit dem ulkigen Gesicht, dem komischen Gang und der hämischen Lache?

Richtig. Edgar Külow wurde dem großen Teil des Publikums durch das Fernsehen bekannt. über zwanzig Jahre arbeitete er für den Fernsehfunk der DDR. Bis zu dessen Auflösung im Jahr 1990 gehörte er zum Schauspielensemble des Senders in Berlin-Adlershof ...

Ja, ihren Eddi Külow kennen sie. Meist sind es ältere Zuhörer, die zu seinen Lesungen zwischen Klingenthal und Klütz erscheinen. Mit seinen Geschichten schwelgen viele ehemalige DDR-Bürger in ihren eigenen, durchaus nicht immer nur lustigen Erfahrungen und freuen sich über ihn und gleichzeitig über sich.

Dabei wissen nur Wenige, dass dieser komödiantische Edgar Külow vor seiner lustigen Zeit beim Adlershofer Fernsehfunk einer der besten Kabarettisten der DDR gewesen ist. Es begann im Mai 1959 in der Leipziger Pfeffermühle und endete gut fünf Jahre danach im gleichen Haus. In diesem Zeitraum war in Leipzig bestes politisch-satirisches Kabarett zu erleben. Unter der Leitung von Edgar Külow erarbeitete sich die Leipziger Pfeffermühle insbesondere in den Jahren 1962 bis 1964 ein sehr hohes satirisches Niveau, was sie erst viele Jahre später, Ende der siebziger Jahre, wieder erreichen sollte. Die kabarettistische Hochphase endete 1964 wie auch 1979 mit einem kulturpolitischen Eklat. Die Programme wurden verboten, die Leiter entlassen, die Satire gestutzt und auf das Maß der Mächtigen ausgerichtet.

Das Kabarett der Leipziger Pfeffermühle der Jahre 1959 bis 1964 wurde wesentlich geprägt durch Edgar Külow. Leipzig und seine Pfeffermühle gab gleichzeitig einem bis dahin ahnungslosen Talent die Möglichkeit, sich zu entdecken und zu entfalten. Es waren eher Zufälle, äußere Notwendigkeiten und günstige Umstände, die Edgar Külow in diesen Jahren zum großen Kabarettisten in der DDR werden ließen. Er stand ganz oben. Er wurde von Kennern aus Ost und West bewundert. Er war höchst überzeugt, von seinem Sozialismus, von seinem Kabarett und von sich. Der Sturz traf ihn überraschend. Edgar Külow stürzte mit seiner Art von Kabarett so tief, dass er sich davon nie wieder richtig erholt hat.

Wurde er später auch bekannter, hatte er auch mehr Geld und öffentliche Anerkennung - seine Leipziger Jahre bei der Pfeffermühle waren wohl in seiner künstlerischen Laufbahn die wichtigsten. Damit sie nicht in Vergessenheit geraten, soll von ihnen berichtet werden. Sie sind ein wichtiges Stück deutscher Kabarett-Geschichte.

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