CD´s im selbstironieverlag: Reihe "Kabarettisten der DDR"

Vol. 6 Heinz Draehn & Hans Krause: Schwankend auf Linie und Treue - Die Kuddeldaddeldus, 2008 (Distel)

Vol. 2 Ursula Schmitter & Gerd Holger: Die Liebe und etwas anderes noch, 2007 (Pfeffermühle)

Warum diese CD:

Die wohl bekannteste Kabarettfigur der DDR ist Kuddeldaddeldu. Sie tauchte zum ersten Mal auf im Oktober 1965, und zwar auf der Humorseite von Neues Deutschland. Mit etwas Glück kann man sie noch heute live erleben – im Cafe Enjoy in Neuenhagen bei Berlin, dann nämlich, wenn der fleißigste Kabarettist der DDR, Heinz Draehn, seine nahezu gleichaltrigen Fans bei Kaffee und Kuchen mit seinen Liedern und Geschichten an ´andere Zeiten´ erinnert.

Genau genommen stammen die Kuddeldaddeldus aus einer ´patchwork family´. Es existieren zwei Väter – der in Wurzen geborene Joachim Ringelnatz und der Berliner Hans Krause. Die (Musen-) Mutter ist unbekannt. Der Bruder, Kuddeldaddel i c h aus der Fernsehsendung Klock acht – achtern Strom, ist auch unter dem Namen Peter Borgelt bekannt.

Joachim Ringelnatz schrieb (und spielte) in den Zwanziger Jahren acht Texte über einen derben und zugleich zärtlichen Seemann. Unter dem Namen Kuttel Daddeldu (daddedu ist ein seemännischer Ausdruck für ´Schluss für heute´ bzw. ´Ab in die Kojen´) ging er in die Kabarettgeschichte ein. Hans Krause dagegen schrieb (und spielte) in den ‚real existierenden sozialistischen Jahren´ (und ein wenig darüber hinaus) nahezu 400 Texte über einen ´Agitations-Matrosen mit Narrenkappe´ namens Kuddeldaddeldu (die Bezeichnung Kuddel anstatt Kuttel ist einem simplen Druckfehler im Distel-Programmheft geschuldet). Dieses umfangreiche Werk ist ebenfalls Kabarettgeschichte, wenn auch unter spezifischen politischen Vorzeichen.

Joachim Ringelnatz bleibt unvergessen. Heinz Draehn und Hans Krause waren in der DDR bekannte und erfolgreiche Kabarettisten – beim Volk u n d bei den Mächtigen gleichermaßen beliebt. Sie schauten beiden aufs Maul und redeten ihnen, wenn sie es denn wünschten – und sie wünschten es oft – nach dem Mund. So wurden sie vom Volk und den Mächtigen verehrt, von Letzteren sogar geehrt.

Und damit die ‚sozialistischen Kuddeldaddeldus‘ nicht in Vergessenheit geraten, sollen sie mit Hilfe dieser CD konserviert werden – schon um zu zeigen, warum und worüber damals alle, resp. fast alle, so optimistisch gelacht haben.

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